Warum entstehen viele Dashboards eher zufällig als bewusst? In vielen Business-Intelligence-Projekten beginnt die Arbeit direkt im Tool. Daten werden geladen, Visuals ausprobiert, Kennzahlen auf eine Seite gezogen. Schritt für Schritt entsteht ein Bericht. Oft funktioniert das, zumindest technisch. Aber selten entsteht auf diese Weise ein wirklich gutes Dashboard.
Denn ein gutes Dashboard beginnt nicht im Tool. Es beginnt im Denken.
Genauer gesagt: im Entwurf.
In dieser Folge des thinkBI Podcasts geht es deshalb um einen Schritt, der in vielen Projekten übersprungen wird, das Dashboard-Prototyping. Bevor Datenmodelle gebaut und Visualisierungen umgesetzt werden, lohnt es sich, einen Moment innezuhalten und sich eine einfache Frage zu stellen:
Wie soll dieses Dashboard eigentlich funktionieren?
Welche Fragen soll es beantworten?
Wie navigiert ein Nutzer durch die Informationen?
Welche Struktur hilft, die Inhalte schnell zu verstehen?
Ein hilfreiches Prinzip dabei lautet:
Form schafft Inhalt.
Wenn eine klare Struktur vorhanden ist, wird es deutlich einfacher, die richtigen Inhalte zu platzieren. Ohne Struktur hingegen entsteht schnell eine Sammlung einzelner Visualisierungen, aber kein Dashboard, das wirklich führt oder Orientierung gibt.
Eine einfache Möglichkeit, diese Struktur zu entwickeln, ist Paper-Prototypin.
Ein Blatt Papier, ein Stift, mehr braucht es zunächst nicht.
Gemeinsam mit dem Fachbereich lässt sich so sehr schnell skizzieren, welche Inhalte auf einer Seite erscheinen sollen, wie Visualisierungen angeordnet sein könnten und wie Nutzer durch das Dashboard navigieren.
Der Vorteil, in dieser Phase gibt es noch keine technischen Limitationen. Es geht nicht um Tool-Funktionen, sondern um Verständnis. Diese Idee passt auch gut zu einem Modell, das im Kontext von Visual Business Analytics beschrieben wird. Dabei lassen sich drei Ebenen unterscheiden:
Information Design – klassische Berichte mit klarer Präsentationslogik
Visual Business Intelligence – interaktive Dashboards mit Filtern und Navigation
Visual Analytics – explorative Analyse mit komplexeren Visualisierungen
Gerade im Bereich der Dashboards zeigt sich: Die Struktur entscheidet oft stärker über den Nutzen als die einzelne Visualisierung.
Ein spannender Impuls dazu kommt von Andreas Wiener aus dem Umfeld von Reporting Impulse. Seine These lautet, dass sich rund 95 % aller Reporting-Anforderungen mit sechs grundlegenden Dashboard-Typen abbilden lassen.
- Tabellen-Dashboards
- Monitoring-Dashboards
- KPI-Dashboards
- Struktur-Dashboards
- Vergleichs-Dashboards
- Portfolio-Dashboards
Die Idee dahinter ist einfach. Wenn bestimmte Strukturen immer wieder funktionieren, lohnt es sich, Vorlagen und Templates zu entwickeln. Diese können dann im Prototyping genutzt werden, um schneller über Inhalte zu sprechen.
Ähnlich wie beim Backen eines Kuchens. Die Form bestimmt nicht den Geschmack – ob es ein Zitronen- oder Schokoladenkuchen wird. Aber ohne Form wird der Teig im Ofen kaum zu einem guten Ergebnis führen.
Genauso kann eine gute Struktur helfen, Inhalte besser zu entwickeln.
Ein Dashboard entsteht dadurch nicht zufällig, sondern bewusst gestaltet.
In dieser Folge von thinkBI geht es genau um diesen Gedanken.
Warum Dashboards nicht mit Daten beginnen sollten, sondern mit einer Idee.
🎧 Die komplette Folge findest du im thinkBI Podcast.

Musik: Great Podcast Intro (short & long) von Lundstroem
Quelle: freemusicarchive.org (Creative Commons) – https://freemusicarchive.org/music/lundstroem/songs-for-leona/great-podcast-intro-both-short-and-long-version-included/

