thinkBI #003 – Warum Systeme wichtiger sind als Freiheit, auch in Business Intelligence

In dieser Folge des thinkBI Podcasts habe ich mich mit einem Thema beschäftigt, das mich schon länger begleitet: Systeme. Konkret mit der Frage, warum Systeme oft deutlich hilfreicher sind als maximale Freiheit, nicht nur im Alltag, sondern ganz besonders im Kontext von Business Intelligence.

Ausgelöst wurde der Gedanke durch ein kurzes Video, in dem Systeme als eine Art Cheat-Code fürs Leben beschrieben wurden. Und je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr kann ich dieser Aussage zustimmen. Systeme geben uns einen Rahmen. Einen Prozess, an dem wir uns orientieren können. Und vor allem sorgen sie dafür, dass wir nicht jedes Mal wieder bei null anfangen müssen.

Ein System kann vieles sein:
Ein wiederholbarer Prozess.
Eine Good Practice oder Best Practice.
Ein bewährtes Vorgehen, mit dem wir zuverlässig zu einem guten Ergebnis kommen.

Wichtig ist dabei: Ein System zielt nicht zwingend auf das beste Ergebnis ab. Sondern auf ein gutes, reproduzierbares Ergebnis. Genau das ist seine Stärke. Wir definieren Input-Parameter und wissen ziemlich genau, welcher Output am Ende herauskommt, weil wir den Weg dazwischen bereits kennen.

In Business Intelligence machen wir uns dieses Prinzip ständig zunutze, bewusst oder unbewusst. Wir arbeiten mit Entwurfsmustern für Berichte, mit etablierten Architekturen für Datenplattformen oder mit klaren Abläufen für Datenladeprozesse. Problematisch wird es immer dann, wenn diese Systeme fehlen. Dann entsteht eine Art künstliche Freiheit: Jeder macht es ein bisschen anders, manchmal gibt es einen Lucky Shot, aber häufig scheitert man, weil es keine Orientierung gibt.

Ein Gedanke, den ich in der Folge aufgegriffen habe, ist die Frage, wie unterschiedlich Menschen mit Systemen umgehen. Manche bauen lieber frei experimentieren, sind kreativ, entwickeln Neues. Andere folgen gerne einer Anleitung, einem klaren Prozess, und wissen genau, welches Ergebnis sie am Ende erhalten werden. Beides hat seine Berechtigung. Aber es sind unterschiedliche Stärken.

Auch im BI-Umfeld sehen wir genau diese Unterschiede. Es gibt Menschen, die sehr gut darin sind, Systeme zu entwickeln, Prozesse zu entwerfen und Strukturen zu schaffen. Und es gibt Menschen, die sehr gut darin sind, diese Systeme konsequent zu betreiben, beizubehalten und den geplanten Output zu liefern, ohne das System ständig infrage zu stellen.

Ein großer Vorteil von etablierten Systemen ist, dass wir sie beobachten können. Wir erkennen Engpässe. Wir sehen, wo Prozesse stocken, wo Kapazitäten fehlen oder wo Ressourcen falsch verteilt sind. Gedanken aus dem Buch The Phoenix Project, lassen sich hier sehr gut übertragen: Der Output eines Systems wird immer durch seinen langsamsten Prozessschritt bestimmt.

Gerade in BI-Projekten zeigt sich das häufig in der Trennung zwischen Datenaufbereitung und Berichtserstellung. Wenn auf der einen Seite Daten schnell produziert werden, aber auf der anderen Seite niemand da ist, um diese Daten sinnvoll in Berichten nutzbar zu machen, entsteht Überproduktion. Umgekehrt blockieren fehlende Datenbereitstellungen die Arbeit von Analysten und Report-Entwicklern. Beides ist ineffizient.

Die zentrale Frage ist also nicht: Wie viel Freiheit haben wir?
Sondern: Wie gut sind unsere Systeme aufeinander abgestimmt?

Zum Abschluss möchte ich dich einladen, genau darüber nachzudenken:
Wo stehen eure BI-Prozesse heute?
Welche Systeme sind bewusst etabliert und welche fehlen vielleicht noch?
Wo liegen eure Engpässe und wie könntet ihr sie auflösen?

Wenn du tiefer in diese Gedanken einsteigen möchtest, hör gerne in die entsprechende Podcast-Folge rein.

🎧 Die komplette Folge findest du im thinkBI Podcast.
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Veröffentlicht von

Marcus Wegener

Marcus Wegener

Marcus Wegener ist Anwendungsentwickler für Business Intelligence und erstellt Lösungen, mit denen sich große Datenmengen schnell analysieren lassen. Kunden nutzen seine Lösungen, um die Vergangenheit zu analysieren, die Gegenwart zu steuern und die Zukunft zu planen, um damit mehr Erfolg zu generieren. Dabei ist seine einzigartige Kombination aus Wissen und Auffassungsgabe ein Garant für ihren Erfolg.

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